RESET

RESET setzt gezielt auf die individuelle emotionale Stärkung Gewaltbetroffener. Im Rahmen des Programms werden in allen Bundesländern neue psychotherapeutisch und psychologisch angeleitete Angebote für Geflüchtete und andere Zuwander:innen geschaffen. Im Zentrum stehen dabei Stressmanagement und Emotionsregulation als essenzielle Barrieren gegen eine Weitergabe selbst erlittener Gewalt.
RESET bedeutet Neustart.
Menschen, die Krieg, Flucht, Ausgrenzung oder Gewalt erlebt haben, tragen oft tiefe psychische Verletzungen in sich. Wenn Ohnmacht, Angst und Wut unbehandelt bleiben, können sie sich gegen andere richten – oder von extremistischen Ideologien instrumentalisiert werden.
RESET setzt genau hier an. Wir unterstützen geflüchtete und zugewanderte Menschen dabei, belastende Gewalterfahrungen aufzuarbeiten, emotionale Stabilität zurückzugewinnen und gesunde Strategien im Umgang mit Stress, Wut und Verzweiflung zu erlernen. Ziel ist es, individuelles Leid zu lindern, Gewaltkreisläufe zu unterbrechen und Radikalisierung und Extremismus wirksam vorzubeugen.
RESET bietet rasche, kultursensible und mehrsprachige psychotherapeutische Hilfe, damit Menschen wieder Handlungsspielräume erleben und ihr Leben selbstbestimmt gestalten können. RESET bedeutet: Gewalt verarbeiten. Stabilität finden. Zukunft ermöglichen.
Zentrale Inhalte und Schwerpunkte
Die psychische Stabilisierung von Gewaltbetroffenen betrachten wir als eine der grundlegenden Voraussetzungen für die Unterbrechung der Weitergabe von Gewalt (psychisch & physisch) und für die Prävention von Extremismus. Im Vordergrund stehen dabei:
- Emotionsregulation
- Stressmanagement
- Erhöhung der Frustrationstoleranz
- Stärkung von Selbstwirksamkeit und Reflexionsfähigkeit
- Niederschwellige, rasch wirksame Angebote statt langer Wartezeiten
- Mehrsprachige Unterstützung in Erstsprachen oder Deutsch
- Offen für Menschen unabhängig vom Aufenthaltsstatus
Warum Prävention?
Gewalt und Extremismus entstehen nicht aus dem Nichts. Die Forschung zeigt klar:
Erfahrungen von Ohnmacht, Beschämung, Ausgrenzung und Gewalt sind zentrale Risikofaktoren – sowohl für individuelle Gewalt als auch für Radikalisierung.
Wer sich dauerhaft als Opfer erlebt, innerlich unter Druck steht und keine konstruktiven Wege kennt, mit starken Emotionen umzugehen, ist anfälliger für einfache Erklärungen, Feindbilder und ideologische Verführungen. Besonders Social Media verstärkt diese Dynamiken.
RESET setzt präventiv an – frühzeitig, bevor sich Gewalt weiterträgt. Prävention bedeutet hier nicht dramatische Intervention in letzter Minute, sondern rechtzeitige psychotherapeutische Unterstützung, die Menschen stärkt, ihre Emotionen zu verstehen, zu regulieren und selbstbestimmte Entscheidungen zu treffen.
Wirkung und Zahlen
RESET wirkt – auf individueller und gesellschaftlicher Ebene. Seit Projektbeginn im Jahr 2021 konnten 5850 Menschen aus über 20 Ländern unterstützt werden. Die Teilnehmenden berichten von:
- besserem Umgang mit Wut und Stress
- mehr innerer Ruhe
- gestärktem Selbstwert
- neuen Handlungsspielräumen im Alltag
Projektberichte
- RESET 1: Projektzeitraum 01.10.2021 – 31.12.2022
- RESET 2: Projektzeitraum
- RESET 3: Projektzeitraum 01.12.2023 – 30.09.2024
- RESET 4 - erscheint in Kürze!
Aktuelles & Zukunft
Mit RESET 4 endet vorerst die letzte vollumfänglich geförderte Projektphase. Bereits jetzt zeigt sich, wie groß der Bedarf an niederschwelliger, mehrsprachiger psychotherapeutischer Unterstützung weiterhin ist.
Das Ende von RESET bedeutet nicht nur das Auslaufen eines Projekts, sondern den Wegfall bewährter Präventionsstrukturen. Wie diese Arbeit langfristig gesichert werden kann, ist eine zentrale Frage für die Zukunft.
RESET versteht sich als Modellprojekt – mit Erkenntnissen, die weit über die Projektlaufzeit hinaus relevant sind.
Gefördert durch:











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