Vorwürfe von Abgeschobenen: „Wie eine Mumie“ verschnürt
(Wien 2. Juni 2017) Die asylkoordination österreich wurde von UnterstützerInnen in Kenntnis gesetzt, dass einige der in der Nacht von vergangenen Dienstag auf Mittwoch nach Kabul abgeschobenen abgelehnten Asylwerber, Vorwürfe gegen die begleitenden Sicherheitsbeamten erheben. So seien zwei der Abgeschobenen nicht nur mit Handschellen gefesselt, sondern auch „wie eine Mumie“ verschnürt worden.
„Das lässt Erinnerungen an den Fall Marcus Omofuma aufkommen“, kommentiert Herbert Langthaler von der asylkoordination österreich die Berichte. „Wir haben gehofft, dass die Einbeziehung von MenschenrechtsbeobachterInnen hier zu zumindest eine Spur von Humanität in den für sich inhumanen Vorgang einer Deportation bringt.“
Die asylkoordination verlangt die Offenlegung aller Protokolle der Frontex-Abschiebung und die Untersuchung der erhobenen Vorwürfe.
 
Sofortiger Stopp der Abschiebungen
Abgesehen von den Vorfällen während der jüngsten Abschiebung betont die asylkoordination zum widerholten Male, dass Afghanistan kein sicheres Land ist. „Abschiebungen nach Afghanistan bei der derzeitigen militärischen Lage, stellen eindeutig einen Verstoß gegen das Rückschiebungsverbot der Europäischen Menschenrechtskonvention dar.“
Die asylkoordination fordert einen sofortigen Stopp der Abschiebungen nach Afghanistan und die Prüfung erneuter Anträge auf internationalen Schutz von rechtskräftig negativ beschiedenen AsylwerberInnen aus Afghanistan. „Angesichts der völlig außer Kontrolle geratenen Lage in Kabul, muss Österreich seiner Verpflichtung auf Gewährung von internationalem Schutz umgehend nachkommen.“
 
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