Home | wir informieren | Dossiers | Sommer der Solidarität | Von Twinni, Integration und Unterstützung
22.9.2025

Von Twinni, Integration und Unterstützung

Zwei jugendliche Geflüchtete vor dem Erstaufnahmezentrum Traiskirchen.
Zwei jugendliche Geflüchtete vor dem Erstaufnahmezentrum Traiskirchen.
Wie war das damals –  2015 in Traiskirchen? Anne erinnert sich an ihre Eindrücke vom überfüllten Lager und wie sie schließlich Patin von Hadi und Hamzeh und Ansprechperson für eigentlich alles wurde. Von Menschen die verschwinden und dem Geplärr der Rechten – von Twinni, Integration und Unterstützung. 

Ich mag zur Debatte „10 Jahre Flüchtlingssommer“ meine Geschichte erzählen.
Zugegeben, ich war damals nicht sehr erfreut ob der Massen an Flüchtlingen. Diese vielen jungen Moslems…. Ich hatte meine anerzogene Schublade für diese Menschen parat und war kurz davor, sie zu öffnen und zu befüllen.

Doch dann entschied ich mich, mir selbst ein Bild zu machen. Also ab nach Traiskirchen. Im Kofferraum Hygieneartikel, weil ich las, dass diese dringend benötigt werden. Der Anblick vorm Flüchtlingslager und in unmittelbarer Umgebung ließ mich schaudern.


So viele Menschen.

So viele mussten auf der Grünfläche vorm Gebäude schlafen. Außerhalb des Areals Gewusel von Helfer:innen, die versuchten, irgendwie zu helfen und das Nötigste abzudecken. Es kamen immer wieder Autos, machten den Kofferraum auf und übergaben Lebensmittel und Hygieneartikel.

Ich kam ins Reden mit anderen und erfuhr von privat organisierten Deutschkursen und connectTraiskirchen, initiiert vom Bürgermeister Babler. Bei connectTraiskirchen wurde Essen verteilt, geredet, gespielt, connected. Genau hier in Traiskirchen begann Integration. Es wurden Möglichkeiten geboten! 

Die Deutschkurse fanden regen Zulauf. Bei connect fanden sich Patenschaften und Freundschaften, die bis heute bestehen. Flüchtlinge die Unterstützung hatten, hatten später bessere Chancen. Wer im System verloren ging, hatte es ungleich schwerer. So kam es, dass ich nicht nur die Patin von Hadi und Hamzeh war, sondern auch deren Freunde und die Freunde von denen unterstützte, so gut es ging.

Da ein Schulpaket, da Mathenachhilfe. Da Dinge in der Unterkunft klären, dort Sachverhaltsdarstellung für Volksanwalt schreiben, zu Arzt bringen, einfach zuhören, erklären, dass Twinni das wödbeste Eis ist, Platz in Schule finden, Laptop besorgen, Eislaufen lernen und vieles mehr.

Dann schlug die Stimmung um. Plötzlich verschwanden welche, Deutschkurse wurden rar, schiefe Blicke und Getuschel wenn wir öffentlich unterwegs waren. Ausweiskontrollen der Polizei, wo die Burschen mit erhobenen Händen, breitbeinig mit Gesicht zur Wand stehen mussten, bis das BFA telefonisch den rechtmäßigen Aufenthalt bestätigte.
 


Was bleibt 10 Jahre später?

Hadi und Hamzeh haben es geschafft. Ausbildung, Job, Wohnung, der deutschen Sprache mächtig, Steuerzahler, Religion, spielt keine große Rolle, Twinni ist das wödbeste Eis, etc. Die zwei sind nur ein Beispiel für viele.

Es hätten alle sein können, wenn es gewollt gewesen wäre und wenn man nicht dem Geplärr der Rechten nachgegeben hätte und begonnen hätte, Knüppel zwischen die Beine zu werfen. Es war nicht nur eine schöne Zeit, es war auch anstrengend und fordernd. Aber es ist Wunderbares daraus entstanden.

Die Rechten tun mir leid! Sie haben keinen Hadi und Hamzeh, sie haben keine Doro Blancke, PCs für alle, kennen gelernt. Ihnen entgeht so viel in ihrem Hass.

 
 




Jetzt spenden Button
Zeit Spenden Button
Newsletter abonnieren Button
asyl aktuella abonnieren button
  
 
Laufzeit: 0.109... Sekunden!