696914 SE WS 2004/05
Sozialpädagogische Arbeit mit unbegleiteten Flüchtlingsjugendlichen

Mag.a Irene Messinger



Seminararbeiten der Studierenden

20 spannende und aktuelle Arbeiten

Rahmenbedingungen
Inhalte der einzelnen Lehrveranstaltungen


Jährlich kommen rund 2000-3000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge nach Österreich. Sie suchen Schutz bzw. bessere Lebensperspektiven, für einige ist Österreich ein Transitland, doch die meisten bleiben hier. Sie schaffen ein neues Aufgabengebiet für die Sozialpädagogik und stellen sie gleichzeitig auch vor neue Herausforderungen in der interkulturellen Arbeit.

Die Lehrveranstaltung soll einen Einblick in die Lebenssituation junger Flüchtlinge und in die sozialpädagogische Betreuung dieser Menschen vermitteln.
Auseinandersetzung mit dem Fremden, mit fremd erscheinenden Verhaltensweisen und Lebenseinstellungen beinhaltet immer auch ein Hinterfragen eigener Denk- und Handlungsmuster. Es soll in der Lehrveranstaltung genug Raum sein, um dies zu reflektieren und persönliche Erfahrungen aus der Auseinandersetzung mit jungen Flüchtlingen einzubringen.

Alles zum Thema UMF, Links und aktuelle Termine: www.asyl.at/umf


Termine

jeweils dienstags 12 - 15.15 h im Seminarraum d. AG SHP, NIG Stg.II/6.Stock:
12.10. , 19.10. , 9.11. , 16.11. , 7.12. , 14.12.2004, 11.1.2005

ABGABETERMIN für die schriftlichen Arbeiten:
Dienstag 1. März 2004 per mail !!!


Anforderungen an die Studierenden

Seminararbeit zu einem der in der Lehrveranstaltung angesprochenen Themen und/ oder
Besuch einer Einrichtung für junge Flüchtlinge, Interview und Auswertung

Für die Erlangung eines Zeugnisses haben die Studierenden die Möglichkeit, eine Seminararbeit alleine oder in einer Kleingruppe zu verfassen, in der sie sich mit einem Thema der Lehrveranstaltung mittels Literatur- und Internetrecherche näher befassen.
Um die Theorien interkulturellen Handelns auch in der Praxis umsetzen zu können, steht es den Studierenden offen, in einer Kleingruppe (maximal 3 Studierende) eine der Institutionen, die mit jungen Flüchtlingen Kontakt haben, zu besuchen und Interviews mit Jugendlichen oder ExpertInnen zu führen und die daraus gewonnenen Erkenntnisse (oder den derzeitigen Stand) in der Lehrveranstaltung zu präsentieren und schriftlich abzugeben.


Inhalte der einzelnen Seminareinheiten
Kurzer Einblick in die Themen des Seminars.

Vorbesprechung: Anmeldung und Vorstellung des Lehrveranstaltungsprogramms

* Block 1 : Grundlegende Informationen zu jungen Flüchtlingen, 12.10.2004:
Begriff UMF, Geschichte der Thematisierung des Bereichs UMF, Flucht / Migration, Flüchtlinge weltweit, Festung Europa, Schutzinstrumente für Flüchtlinge, Besondere Schutzinstrumente für UMF, Kinder- und jugendspezifische Fluchtgründe, Heimliche Einreise, Hauptprobleme von UMF in Österreich, Asylanträge von UMF 2004


* Block 2 : Rechtliche Rahmenbedingungen: Asyl- und Fremdenrecht, 19.10.2004

Asylrecht: Ablauf des Asylverfahrens nach dem Asylgesetz 1997 (seit 1.1.98)
Asylgesetz 1997, Asylantrag, Interview beim Bundesasylamt und erste Entscheidung, UBAS – rechtskräftige Entscheidung, Beschwerde an den Verwaltungs- / Verfassungsgerichtshof, Neuerungen im Asylgesetz 2003 (seit 1.5.2004) unter Berücksichtigung der VfGh Entscheidung vom 15.10.2004, Ablauf des Asylverfahrens nach der Asylgesetznovelle 2003
Fremdenrecht: Handlungsfähigkeit von UMF in asyl- und fremdenpolizeilichen Verfahren, Aufenthaltsbeendende fremdenrechtliche Verfahren und Maßnahmen:Ausweisung, Aufenthaltsverbot, Abschiebung, Strafen, Schubhaft

* Block 3 : Psychische Situation, Bildung und Arbeit, 9.11.
Psychische Situation junger Flüchtlinge: Adoleszenz, Identitätsentwicklung, Traumatisierung, Extremtraumatisierung und PTSD, Falsche Erwartungen ans Asylland, Rassismus, Sprache als fehlendes Kommunikationsmittel, Doppelidentitäten, Fehlende Tagesstruktur, Aufenthaltsunsicherheit, Ungewisse/ fehlende Zukunftsperspektiven
Kontaktmöglichkeiten zu Betreuungseinrichtungen von UMF und Hinweise zu Interviews mit UMF: Keine direkten Fragen bzgl. Herkunft (Traumatisierung) , Wort "Interview"
Bildung und Arbeit: Gastreferent Heinz Fronek, asylkoordination österreich, Projekt Epima
Schule: Pflichtschule, weiterführende Schulen, Andere schulische Ausbildungen und Spracherwerb
Arbeit: Unselbständige Beschäftigung, Lehrstellen, Kontingente für kurzfristig beschäftigte AusländerInnen, Selbständige Arbeit, Praktika und Volontariate, Gemeinnützige Arbeit von AsylwerberInnen, Tagelöhner
EQUAL, EPIMA – Maßnahmen für junge AsylwerberInnen

* Block 4: Unterbringung und Betreuung (Gastreferentin: Frau Bock)
Erster Einblick in Qualitative Sozialforschung / Interviews 16.11
.
Unterbringung und Betreuung, Frage der Zuständigkeit, Grundversorgungsvereinbarung zwischen Bund und Länder, Grundversorgungseinrichtungen für UMF, Obsorge



Unterbringungseinrichtungen in Wien
Unterlagen der Schulung der PatInnen von Connecting People, Stand Herbst 2003
>> download als .pdf <<

Link zur von Frau Bock erwähnten Operation Spring: www.no-racism.net/rubrik/160
Verhandlungstermine zu Emmanuel C.,Landesgericht Wien:
www.no-racism.net/article/1021


Für thematische Anregungen empfehle ich die website www.asyl.at/umf und die linkliste bzw. das Buch:
Woge e.V./Institut für soziale Arbeit e.V. (Hrsg.): Handbuch der Sozialen Arbeit mit Kinderflüchtlingen, Münster, 1999 - bezieht sich zwar auf die Situation in Deutschland, beleuchtet aber sehr viele Aspekte der Arbeit mit jungen Flüchtlingen

* Block 5 : Qualitative Sozialforschung, Methoden und Analyse
Reflexion über Kontaktaufnahme mit den Projekten und Einrichtungen , Vorstellung erster Zwischenergebnisse, 7.12.


Qualitative Sozialforschung
Prinzipien qualitativer Sozialforschung
Qualitative Forschungsmethoden
   Qualitative Interviews (Problemzentriertes Interview, Narratives Interview)
   Gruppendiskussion
   Teilnehmenden Beobachtung
   Einzelfallanalyse
Qualitative Inhaltsanalyse


Präsentationen:

Doris A. und Martina H.: Sozialpädagogische Arbeit mit UMF - Interviewleitfaden
Birgit A. und Anna S.: Interviewausschnitte aus der Befragung des Bürgermeisters eines burgenländischen Dorfes

"Stand der Dinge" bei den Arbeiten der SeminarteilnehmerInnen

aktuell:

Wahrnehmungsbericht Forum Asyl
Habe ich im Seminar nur kurz erwähnt, hier zum Nachlesen, speziell der Teil zu UMF

* Block 6: Präsentationen der Ergebnisse der Interviews mit Jugendlichen und ExpertInnen, Reflexion, 14.12.

Präsentationen:
Matthias P., Tobias H., Hannes G.: Caravan
Tina I.: Psychische Belastungen von UMF
Amrei Ö: Arbeit mit UMF in der Steiermark
Anna W., Gisa S.: Soziale Situation
Andrea B.: Bildungsbedürfnisse

* Block 7 : Präsentationen der Ergebnisse der Interviews mit Jugendlichen und ExpertInnen,
Reflexion über das Erleben eines interkulturellen Arbeitsfeldes in der Praxis , 11.1.2005


Präsentationen:

Marion T., Martina B., Cornelia E.: Flüchtlingsjugendliche im Hauptschulabschlußkurs
Nicole I., Cornelia K.: Umgang mit knappen Ressourcen
Carina B., Kordula B: Vergleich Wien - NÖ
Susanne M., Sonja L. : Ursachen von Kriminalität
Stefanie K., Isolde B.: Vergleich Unterbringung speziell für UMF und anderen Einrichtungen
Sabine M, Annika D.: Volkshilfe OÖ
Ulrike G., Teresa H.: Theaterprojekt Nachtasyl
Martina B., Vera T., Martina T.: Institutionenvergleich Epima, Connecting People, Caritas

Alice V: Organisation Flüchtlingslager
Andrea P.: Rassismus im öffentlichen Dienst