HS Absberggasse Wien 10   HS Selzergasse Wien 15
HBLA Wassermanngasse Wien 21   IHS Wiesberggasee Wien 16

Gemeinsam für eine Gesellschaft ohne Rassismus,
Diskriminierung und Vorurteile

Schüler-STANDARD, 3.7.2001Im Rahmen des Projektes nahm die 4KT der Höheren Bundeslehranstalt für wirtschaftliche Berufe, Wassermanngasse 12, 1210 Wien an drei der angebotenen Module teil:

  • Vortrag von Herrn Langthaler: "Einführung in das Thema Rassismusforschung"

  • Brasilianische Musik: Trommel- und Tanzworkshop

  • Berichte einer Zeitzeugin des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück während der NS-Herrschaft

Zu Beginn des Schuljahres hatten wir – nach Arbeiten zum Thema Identität und Nationalismen im Unterrichtsgegenstand Geschichte – die Landesausstellung in der Burg Schlaining im Burgenland besucht, die sich im vorigen Jahr um das Thema "Krieg & Frieden - Vom Kult der Gewalt zu einer Kultur der Konfliktlösung" drehte. Anschließend an die Führung durch die Gemäuer der Burg nahm die Klasse noch an einem Vortrag teil, der jedoch nicht ganz unsere Erwartungen erfüllte. Weiters diskutierten wir die Thematik "Fremdes Wien" anlässlich der Fotoausstellung "Lisl Ponger" im Arbeiterkammer Bildungszentrum in der Theresianumgasse im 4. Wiener Gemeindebezirk.

Doch unsere Klasse wollte es nicht auf diesen (eher theoretischen) Aktivitäten beruhen lassen. Daher beschlossen wir an der äußerst brisanten und hochaktuellen Thematik weiter zu arbeiten und entwickelten letztendlich unser eigenes Projekt. Dieses möchten wir hier anhand eines kurzen Rückblicks vorstellen:

Aufgrund der Enttäuschung in der Klasse gegenüber der Art und Weise der Durchführung des uns so wichtig erscheinenden Projektes beschlossen wir, uns selbstständig – unter Anleitung von Frau Professor Lenz-Johann – mit der Problematik Rassismus, Fremdenhass bzw. Ausländerfeindlichkeit auseinanderzusetzen. Ausschlaggebend dafür war vor allem der Besuch in der Betreuungsstelle des Bundesministeriums für Inneres in der Nußdorfer Straße im 9. Bezirk. Die Ebene, auf der dieser Besuch stattfand, sagte uns nicht vollends zu. Gerechnet hatten wir und Frau Professor Lenz-Johann mit Gesprächen mit den Bewohnern der Betreuungsstelle um ihnen auf einer persönlichen Basis näher zu kommen und Kontakt aufzunehmen.

Jedoch verlief dies durch die Planung eines Mitarbeiters des Ministeriums leider etwas anders: Wir machten eine Art Führung durch das Gebäude bei der wir aufgefordert wurden die Wohnung einer Asylantenfamilie zu "besichtigen". Dies ließ für einige von uns eine etwas ungewohnte Situation entstehen, da wir das Gefühl hatten, die Menschen in ihrer Privatsphäre zu "begutachten". Anschließend versammelten wir uns in einem Raum, um über das Asylantragsverfahren und weitere sachliche Details informiert zu werden. Daher kamen wir nicht wirklich in direkten Kontakt mit den Menschen, die wir gerne kennengelernt hätten.

Und genau diese Tatsache versuchten wir zu ändern – wir beschlossen die BewohnerInnen auf einer persönlicheren Ebene zu besuchen. So entstand die Idee von den Projekttagen "Schule GEGEN Rassismus". Im Zuge dieser Tage im Juni 2001 malten wir Plakate um unsere geplanten Aktivitäten den BewohnerInnen der Betreuungsstelle vorzustellen und diese zum Mitmachen zu animieren. Und siehe da, schon zwei Wochen später waren die Anmeldungsformulare mit Teilnehmern überfüllt!!!
So fanden folgende Projektnachmittage statt:

  • eine Stadtführung in der Wiener Innenstadt

  • Malen und Basteln mit den Kindern und

  • Fußballspiele und -matches

Einfach erscheinende Dinge, die jedoch im Endeffekt viel Freude brachten und Menschlichkeit verkörperten und somit genau das bewirkten, was wir uns von dem Projekt gewünscht hatten. Wir kamen in Kontakt mit den unterschiedlichsten Kulturen und Persönlichkeiten und lernten in diesen zwei Tagen mehr als in den bisherigen Modulen. Anhand ihres Verhaltens und in Gesprächen mit ihnen, bemerkten wir deutlich auch bei den BewohnerInnen des Betreuungsheimes den Spaß, die Begeisterung an den Aktivitäten sowie ihre Dankbarkeit uns gegenüber...! Wir haben uns vorgenommen, mit diesen Tagen das Projekt nicht abzuhaken, sondern in diese Richtung nächstes Jahr weiterzumachen und somit Freude und auch Freundschaften zu schaffen, Misstrauen zu beseitigen und vielleicht sogar ein wenig Frieden zu stiften! Und eigentlich ist genau das unser Ziel!!

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Mit Unterstützung des Wiener Integrationsfonds und des BMBWK/Politische Bildung