Termin: Freitag, 15. Juni, 09.30 bis 17.00
Seminarbeitrag: 85 Euro
Referentin: Barbara Preitler, Psychotherapeutin im Verein Hemayat – Verein zur Betreuung von Folter- und Kriegsüberlebenden; Supervisorin, Univ. Lektorin der Abteilung für Sozialpsychologie, Ethnopsychoanalyse und Psychotraumatologie an der Universität Klagenfurt
Inhalte im Überblick
Jede Migration und insbesondere Flucht als nicht selbst gewählte Migration bedeutet massive Verluste: von Familienmitgliedern und FreundInnen aber auch von Sprache, Kultur, Heimat etc.. Diese Verluste müssen betrauert werden, um sich Neuem gegenüber öffnen zu können, und dieser Prozess braucht Zeit. Gerade für Flüchtlinge ist der Trauerprozess oft erschwert. Einerseits weil zuviele Unklarheiten bestehen - ob man Asyl bekommt, ob die Kinder nachkommen können, ob der verschwundene Angehörige noch lebt etc - andererseits, weil viele ihrer Verluste traumatisch und unwiderruflich sind und nicht einmal die vorgesehenen Rituale vollzogen werden können. Wie FlüchtlingsberaterInnen und -betreuerInnen dennoch zu einem gelingenden Trauerprozess beitragen können, ist Thema dieses Seminars.
Schwerpunkte des Seminars:
- Phasen des Trauerprozesses
- "Erfrorene", komplizierte Trauer
- Der Unterschied zwischen Trauer und Depression
- Traumatische Erfahrungen und Trauerprozesse
- Mögliche Alltagsschwierigkeiten von trauernden Flüchtlingen
- Was Trauernde brauchen
- Was im Umgang mit Trauernden vermieden werden sollte
- Wie man helfen kann, die Unsicherheit auszuhalten
- Besprechung von Fallbeispielen
Methoden: Vortrag, Diskussion von Fallbeispielen, Anregungen für Rituale
Ziel: Für Trauerprozesse von Flüchtlingen sensibilisieren, Handlungsmöglichkeiten im Kontakt mit Trauernden gewinnen
Zielgruppe: Alle, die beruflich mit Flüchtlingen und MigrantInnen zu tun haben
Voraussetzungen: Praxis günstig
Ort: asylkoordination österreich, Laudongasse 52/9, 1080 Wien
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