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Presseaussendung Internationaler Tag des Flüchtlings am 20.6.2003 [19.06.2003]
Verschärftes Asylgesetz, Internierungslager, mehr als 3750 tote Flüchtlinge an den EU-Außengrenzen.
Anläßlich des Weltflüchtlingstages am 20. Juni übte die asylkoordination Österreich erneut scharfe Kritik an der am 11. Juni im Ministerrat abgesegneten Novelle zum Asylgesetz.

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"Österreich will sich offensichtlich mit allen Mitteln vor der völkerrechtlichen Verpflichtung, verfolgte Menschen aufzunehmen, drücken", stellt Asylexpertin Anny Knapp fest.

Die Hauptkritikpunkte:

Besonders empörend ist Festschreibung von "sicheren Drittländern" und sicheren Herkunftsländern per Gesetz. Hier werden sogar die Schutzbestimmungen der Europäischen Menschenrechtskonvention mißachtet. Sobald das Asylamt einen Drittstaat ausfindig gemacht hat, kann der Asylsuchende dorthin abgeschoben werden. Dadurch könnte Österreich die völkerrechtliche Verpflichtung verletzen, niemanden der Folter oder Verfolgung auszuliefern, wenn sich der Drittstaat als doch nicht so sicher erweist. Derzeit betrachtet die Berufungsbehörde die sog. sicheren Drittstaaten Tschechien, Slowakei, Ungarn und Slowenien als nicht sicher.

Das Berufungsverfahren soll sich auf die Überprüfung der Ergebnisse der ersten Instanz beschränken, Neues darf nicht mehr berücksichtigt werden. Die Erfahrungen der FlüchtlingsbetreuerInnen zeigen, daß in vielen Fällen Angst und Traumatisierung es verhindern, daß Flüchtlinge die grausamen oder erniedrigenden Einzelheiten der Verfolgung den Beamten sofort erzählten.

Zwar sind die neu geschaffenen RechtsberaterInnen, die Flüchtlinge bei Drittstaatsverfahren zur Seite stehen sollen, "durchaus ein Schritt in die richtige Richtung, Strassers Idee, diese selbst auszusuchen, zeigt sein übersteigertes Kontrollbedürfnis," kritisiert Knapp.

Besorgnis erregen bei den Flüchtlingsvereinen aber auch Entwicklungen auf europäischer Ebene, insbesondere der britische Vorschlag, Flüchtlingslager außerhalb der EU einzurichten. Innenminister Strasser will den Plan, Flüchtlinge durch Internierung in Drittländern an der Flucht in die EU zu hindern, im EU-Rat unterstützen. "Es ist beschämend, dass Österreich bei jeder Verschärfung der Asylpolitik an vorderster Front dabei ist," kommentiert Knapp den Eifer des Ministers.

Die Idee des italienischen Reformministers Umberto Bossi, die Marine auf Flüchtlingsboote schießen zu lassen, ist ein weiteres Indiz für die zunehmende Unmenschlichkeit der EU-Politiker gegenüber Flüchtlingen.
Schon jetzt sterben jedes Jahr hunderte Menschen an den EU-Außengrenzen. Seit dem Jahr 1993 wurden mehr als 3750 solcher Todesfälle dokumentiert.